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Ausgabe 23
Das ist hier so etwas wie eine Geburtstagsausgabe. Denn vor 4 Jahren erschien Ausgabe 0 und damit fing die Story von Schlechtflieger MAGAZIN an. Darum wie üblich: Dank, Dank an alle, die uns lesen und bei uns Anzeigen buchen, und natürlich bei denen, die dieses Magazin schreiben und denen, die helfen, es zu produzieren. Wir wollen nun weder in Erinnerungen schwelgen noch viel über die Zukunft reden. Wir machen einfach weiter wie bisher und versuchen, mit jeder Ausgabe etwas besser zu werden. Diesmal mit einem Bericht über die Jagd nach dem Weltrekord in Südafrika, einem Interview mit Michael Gebert, dem zweiten Teil der Skalierungseffekte, einer Reportage über die richtige Gurtwahl, den besten Bilder von Jörg Bajewski, einem Erlebnisbericht aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, Meldungen vom Stubaicup und und und...
Die Leseprobe zur aktuellen Ausgabe gibts hier zum Download

Der aktuellen Ausgabe liegt die BaWü-Airgames DVD von 2007 mit dem 9-minütigen take-off Beitrag auf ntv und einem 33 minütigen Bonusfilm bei.
X-SA 2007 - Jagd nach dem Weltrekord Der Schirm wird nach rechts gerissen, Alfredo strauchelt, versucht den Schirm wieder unter Kontrolle zu bringen. Die nächste Böe haut durch, der Schirm bäumt sich auf und schlägt neben der Straße ein. Sofort stoppt Walter den Pickup. Helfer und Piloten eilen herbei. Alfredo klopft sich den Staub vom Overall, alles ist OK, ihm ist nichts passiert. Der Blick wandert zum Schirm, der liegt zusammengefallen am Rand der Straße. Gefangen im dornenreichen Land südafrikanischer Büsche. Mühsam befreit das Team Leine um Leine. Es gibt nicht viele Pflanzen hier draußen in der Gegend um Copperton, das Land ist flach und endlos, trocken und staubig. Wer hier überleben will muss robust sein und sich verteidigen können. Merkmale, die diese Büsche aufs Tiefste verinnerlicht haben. Sie wirken harmlos, viel Geäst und wenig Grün. Und sind doch übersät von zahlreichen kleinen wie hinterhältigen Dornen - zum Leidwesen hungriger Tiere und ungezügelter Gleitschirme. In aller Ruhe legt das Team den Schirm wieder aus. Der Wind hat nachgelassen. Zur Sicherheit hält einer der Helfer die Ecke des Gleitschirms flach auf dem Boden. Walter sammelt das Schleppseil auf und Alfredo klinkt sich ein. Nach kurzem Zögern gibt Alfredo das Zeichen, Walter fährt an, Alfredo zieht den Schirm über den Kopf, rennt los und hebt sicher ab. Stück für Stück wird Alfredo nach oben gezogen, sein Blick schweift über die staubige Dirtroad, welche sich nahezu endlos in die Weite zeichnet. Sie wird sich kreuzen, eine Kurve drehen, Farmen ansteuern und irgendwann vielleicht in eine asphaltierte Straße münden.

Michael Gebert - Ein Interview von Nina Hille
Nina: Was bedeutet Fliegen für Dich?
Michael: Ach komm, muss ich auf so was antworten?
Nina: Ja!
Michael: Komische Frage. Die typische Antwort lautet wohl: Freiheit [überlegt]. Muss man eigentlich immer alles hinterfragen?
Nina: Wann hast Du mit Fliegen angefangen?
Michael: Mit 14 Jahren habe ich mit dem Drachenfliegen im Selbstversuch begonnen. Der Versuch hat an einer Hütte geendet - der Drachen war kaputt und der Arm auch. Nachdem der Bruch ausgeheilt war, habe ich einen Kurs gemacht. Mit 18 Jahren habe ich mit dem Gleitschirmfliegen angefangen - auch erstmal im Selbstversuch. Wir sind von Sonnenaufgang bis –untergang jeden Hügel rauf und runter gerannt, den wir gefunden haben – bis wir nicht mehr laufen konnten. Am Anfang wussten wir nicht, wie man sich einhängt, aber das haben wir schnell rausbekommen. Gebrochen habe ich mir diesmal nichts, aber am Anfang war es für mich schwierig, den Gleitwinkel richtig einzuschätzen. Da gab es so einen Stacheldrahtzaun, da bin ich ein paar Mal drin hängen geblieben…
Nina: Was hat Fliegen damals für Dich bedeutet?
Michael: Eigentlich hat es mich schon als Kind interessiert – ich hatte schon immer den Wunsch, selber zu fliegen. Modellfliegen fand ich total langweilig. Damals habe ich die klassischen Versuche unternommen – mit dem Regenschirm vom Dach… Aber das funktioniert nicht, weil der Schirm hochklappt. Das war eine harte Landung auf dem Kiesboden im Hof. Den nächsten Versuch habe ich mit Plastiktüten unternommen – ich habe ein paar Schnüre drangeknotet und bin den Hang runtergerannt, aber das hat natürlich auch nicht funktioniert.
Nina: Und heute?
Michael: Fliegen hat immer noch seinen Reiz, aber die Einstellung dazu hat sich verändert. Im Moment fliege ich am liebsten einfach am Strand in der Badehose rum – du musst dir nicht tausend Geräte umhängen und dich einpacken wie ein Murmeltier.
Nina: Leider hattest Du im letzten Jahr bei den X-Alps großes Pech.
Michael: Ja, das stimmt, ich habe starke Probleme mit meinem Knie bekommen. Die Ärzte haben mir geraten aufzugeben, da ich mir sonst das Knie langfristig ruinieren könnte. Das war eine große Enttäuschung nach der ganzen Vorbereitung - auch angesichts der großen Unterstützung, die ich von so vielen Leuten und Firmen bekommen habe.
Nina: Wie hattest Du Dich auf diesen Extremwettkampf vorbereitet?
Michael: Laufen, laufen, laufen. Darauf kommt es bei X-Alps sehr stark an. Ich habe mir sogar Socken für 30 Euro gekauft. Ich hätte nie gedacht, dass ich mal so viel Geld für Socken ausgeben würde. Dafür sind die aber auch mit echten Silberfäden.
Nina: Vielleicht hat der Hofer ja gewonnen, weil er Goldsocken hatte?
Michael: Mag sein, vielleicht ist das sein Geheimnis. Dann wüsste ich wenigstens, woran es lag.

Szenejobs - Der Tandempilot Tatsächlich gibt es ein breites Spektrum an Berufen, die mehr oder weniger dicht am Fliegen dran sind. In unserer Serie „Szenejobs" stellen wir sie vor. Teil 3: Der Beruf des Tandempiloten.

Motorschirmfliegen zu zweit - Teil 1 In Teil 1 erläutert Thomas Keller die Historie, das durchgeführte Erprobungsprogramm und den aktuellen Stand des doppelsitzigen Motorschirmfliegens per Fußstart.

Land der fliegenden Teppiche Matthias Lie war zu Besuch in den Vereinigten Arabischen Emiraten. In Schlechtfieger MAGAZIN erzählt er von seinen Erlebnissen.

Gurtwahl
Fachleute sind sich einig. Die Wahl des richtigen Gurtzeugs sowie dessen perfekte Einstellung haben einen enormen Einfluss auf Sicherheit und Flugtechnik beim Gleitschirmfliegen. Einstellung und Geometrie des Gurtes beeinflussen in erster Linie das Schirmhandling, aber auch Dinge wie Bequemlichkeit und die Möglichkeit, nach dem Start ins Gurtzeug und vor der Landung wieder aus dem Gurtzeug geschickt heraus zu kommen. Rettungsgeräteanbringung, Antiherausfallsicherung und Protektor zählen zu den Sicherheitsfaktoren beim Gurtzeug.
Welcher Gurttyp?
Zwischenzeitlich bietet der Markt eine Fülle von Spezialgurtzeugen. Tandemgurte, Wettkampf- und Akrogurte. Sogar Gurtzeuge, die speziell für‘s Bergsteigen konzipiert sind, bilden eine eigene Sparte. Die größte Auswahl findest Du unter den „Allroundgurtzeugen" – der Golfklasse quasi.
In den vergangenen 5 Jahren wurde vor allem an der Protektorentwicklung und an der Rettungsgeräteanbringung gefeilt. Hier einen guten Kompromiss zu finden, scheint wohl mit die schwierigste Aufgabe der Hersteller zu sein. Äußerst positiv ist die Entwicklung des Gurtzeuggewichts. Durch die Forcierung ausgeklügelter Airbagtechnologien und leichterer Beschläge hat sich das Gewicht gegenüber früher um ca. 20-30% reduziert. Der Airbagtechnologie ist es ebenso zu verdanken, dass auch das Volumen der Gurte deutlich geschrumpft ist. Die Gleitschirmausrüstung wird insgesamt leichter und der Reißverschluss des Packsacks lässt sich – im Vergleich zu früher - fast schon mühelos schließen.
Wohin mit der Rettung?
Zur Zeit hat sich die Retteranbringung in der Symmetrieachse des Piloten etabliert. In den meisten Fällen bedeutet das eine Anbringung unter den Oberschenkeln – Fachleute sprechen vom so genannten „Pocket"- bzw. "Tube„ oder „Bottomcontainer". Der Pocketcontainer wird seitlich herausgezogen. Der Bottomcontainer platzt nach dem Zug am Auslösegriff förmlich nach vorne unten heraus. Der Griff ist beides mal seitlich. Rechtshänder rechts, Linkshänder links, versteht sich. Die Auslösung unter entsprechendem Sitzbrettdruck und die Beeinflussung des Protektors wurde bei den meisten Herstellern in der Zwischenzeit zufriedenstellend gelöst. Doch Achtung: Der fachgerechte Einbau des Systems und die Überprüfung auf Kompatibilität (K-Prüfung) haben sich in den vergangenen Jahren deutlich verkompliziert.

AeroMag - Gleitschirmzulassung aus Herstellerperspektive Ob DHV oder Academy: Getestet wird nicht, wie ein Flügel fliegt und wie schnell er einklappt. Getestet wird, wie er reagiert, wenn er klappt. Vorausgesetzt der Pilot legt alle antrainierten Reaktionen ab und verhält sich wie eine Kartoffel. Ergibt das Sinn?

Skalierungseffekte im Flügelbau - Teil 2
Ich hoffe, der eine oder andere Leser hat schon mal ganz bewusst einen gegenüber seinem gewohnten Flügel kleineren Schirm geflogen. Vor etwa drei Jahren habe ich mir erstmals dieses Erlebnis gegönnt. Einer der Montafoner Akropiloten meinte am Startplatz kurzerhand, wir könnten ja mal die Schirme tauschen. 30 % weniger Fläche, das bedeutet bei etwa gleicher Trimmung eine rund 20 % höhere Fluggeschwindigkeit. Das habe ich gleich im Kopf überschlagsmäßig ausgerechnet, als ich mich an einem kleinen Intox eingehängt habe. Was ich dann erlebt habe, war für mich bewusstseinsweiternd. Nein, kein spektakulärer Abgang, kein Nahtod-Erlebnis oder sowas. Erst habe ich versucht, in großflächig blubbernder Thermik ein wenig zu steigen oder zumindest nicht abzusaufen. Das ging erstaunlich gut, aber nach zwanzig Minuten meldete sich mein Magen langsam, dabei hatte ich mich diesbezüglich immer für ziemlich robust gehalten. Vom Erbrechen noch weit entfernt, beschloss ich dennoch, abzugleiten. Jede kleine Kurve wurde zum Erlebnis. Ein paar Zentimeter an der Steuerleine gezogen, schon fand ich mich in beachtlicher Schräglage wieder. Kaum die Leine wieder gelöst, setzt die Kappe den Schwung in Höhe um. Großartig! Die Landung selbst war dann erstaunlicherweise leichter als ich es erwartet hätte. Mit der vielen Energie ließ es sich wenige Zentimeter über dem Boden weit flaren, bis die Kappe ohne große Vorwarnung abkippte und das Ausgleiten abrupt beendete. Ich war tief beeindruckt. Nur 20 % mehr Geschwindigkeit, aber so viel mehr Dynamik. War das wirklich so viel mehr oder spielt uns da die Wahrnehmung einen Streich? Heute weiß ich die Antwort auf meine Frage. Ja, es tut mir ein bisschen leid. Doch bevor ich die Geschichte von Dick und Schmalhans erzähle, muss ein bisschen Theorie sein.

Das Sonntagsgespräch Quasi im Alleingang hat der 28-jährige Konrad Görg die marode Marke Aircross und deren legendären Wettkampfschirm U3 vor dem Aus bewahrt. Mit Schlechtflieger MAGAZIN spricht er über den langen Weg bis zur Herstellung des U3-Nachfolgers U4, das Risiko und seinen zweiten Beruf: den des Landwirts.

Leserstory-Wettbewerb In der letzten Ausgabe haben wir euch die ersten drei Einsendungen zu unserem Leserstory-Wettbewerb vorgestellt - nun folgen die nächsten drei. Der Sieger erhält ein neues Gurtzeug von Skyline, ein „Pure".

Stubaicup 2008 Wie immer, gab es auf dem Stubai Cup auch in diesem Jahr die Neuheiten nicht nur zu sehen, sondern auch zum anfassen und probefliegen. Schlechtflieger MAGAZIN fasst die wichtigsten Neuheiten für die beginnende Saison zusammen.

Baby an Bord - Der Easyglider Was tun wenn‘s bläst?

Tausche Winter gegen Flugsaison Jörg Bajewski zeigt uns seine schönsten Bilder aus Bogong und Forbes
Wir hoffen der kleine Abriss konnte euch überzeugen. Das Heft bekommt Ihr ab sofort am Kiosk, bei unseren Flugschul-Partnern, als Einzelheft oder am bequemsten im Abo zum Vorzugspreis von 43,20 Euro jährlich (anstatt 48 Euro im Handel) portofrei direkt nach Hause. Einfach bestellen unter shop.schlechtfliegerMAG.com, eine Fan Cap gibt es kostenlos oben drauf.
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