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Ausgabe 8 August - September
Hi Flieger!

 

Ausgabe 8 ist da - wir haben uns ein paar Tage länger Zeit gelassen, weil der spannendste aller Wettkämpfe Redbull X-Alps gerade im Finish war und wir Euch den ersten topaktuellen Bericht liefern wollten. Für alle diejenigen unter Euch, die nicht tagtäglich vor dem Rechner gesessen sind, haben wir die spannendsten Geschichten, Duelle, Rückschläge und Leistungen gesammelt.

 

Im neuen Heft gibt es einen wahren Geheimtipp: Wer hat schließlich schon einmal von Bisanne gehört, einem lohnenswerten Fluggebiet in der Nähe des Lac DAnnecy, das dem Trubel der Region entgeht?

Außerdem haben wir ein ganz spezielles Reiseziel ausgegraben: Die Azoren, mitten im Atlantik gelegen, locken mit allerbesten Soaringbedingungen. Und auch Thermikflieger kommen hier in den Sommermonaten hier auf ihre Kosten. Die Gastfreundschaft der einheimischen Flieger ist ebenso bemerkenswert wie die Landschaft: Sattgrüne Hügel erheben sich aus der azurblauen See.

Einen besonderen optischen Genuss bieten die Fotos des Franzosen Michel Ferrer, der Spitzenpiloten in die ganze Welt zu XC- und Acrowettbewerben folgt und sie im Sucher seiner Kamera einfängt. Von seinen Reisen bringt er nicht nur tolle Fotoaufnahmen, sondern auch viele Einblicke in die Welt derer mit, für die Fliegen ihr ganzes Leben bedeutet.

Ach ja, und eines sollten wir an dieser Stelle nicht vergessen: Der Ausgabe 8 ist die brandneue Gin-DVD beigelegt! Das Gin-Team reiste mit Winden und Motorschirmen ausgerüstet zu den rätselhaften Nasca-Linien in Peru, um sie als Kulisse für ihre Fotoaufnahmen zu nützen. Doch bis die magischen Bilder schließlich auf Film gebannt waren, galt es, eine Reihe großer Schwierigkeiten zu überwinden.

 

Im Folgenden ein paar erste Eindrücke und ein bisschen Text zum Einlesen - viel Spaß damit!

Eure Schlechtflieger



Akte X-Alps 08/2005 

Unwillkürlich wandert der Mauszeiger über den Bildschirm. Er startet den Browser, findet den Link in den Favoriten ohne Zögern und - klickt. Schnell, völlig automatisch, ohne irgendwo auch nur eine Millisekunde irritiert zu verharren. Über Live Tracking, den Server Europe geht es ab in das Spiel. Wie weit ist Urs Lötscher wieder gerannt? Fliegt der Hofer noch? Und scheucht Kari Castle den ganzen Tross immer noch vor sich her?

Der Wettbewerb Red Bull X-Alps hat Gleitschirmfliegen spannend gemacht. Er ist ein Massenereignis, nur merkt das niemand, weil die Massen vor ihren Bildschirmen sitzen. X-Alps wird zum Tagesgespräch, zwischen Neuwahlen, Mehrwertsteuererhöhung, Hungersnot und dem Bundesligastart hat das Gleitschirmrace einen festen Platz. Jede Minute, die man nicht am Rechner verbringt, zieht einen wieder zurück dorthin. Wieder könnte etwas passiert sein, wieder könnte der persönliche Favorit seinen Kontrahenten ein paar Kilometer abgenommen haben. Hoffentlich.



 Big Friday 

3. Juni 2005: Basis 3500 m, Wind West-Süd-West mit 10 km/h, Flugzeit 7:05, Schnitt 40 km/h. Das sind die Eckdaten zum neuen Europarekord eines flexiblen Hängegleiters: ein FAI-Dreieck mit 280 Kilometern.

Es war 11:00 Uhr, als ich mich im Eilschritt aus dem Büro Richtung Gaisbergspitze aufmachte. Die folgende Trageübung vom West- auf den Nord- und weiter auf den Oststartplatz brachte mich gehörig ins Schwitzen. Nachdem ich diese erste XC-Strecke des Tages mit meinem Moyes Litespeed S 4 zu Fuß absolvierte, konnte ich endlich um 12:30 Uhr starten mit einer Dreiviertelstunde Verspätung. Kaum in der Luft, zeigte mir der Berg abermals die Zähne: Zu wenig Ostwind zum Aufsoaren, auch südseitig kein Bart, auf der Westflanke schwache Leethermik. Im Nu befand ich mich hundertfünfzig Meter unter Startniveau in einem beharrlichen Sinkflug - der Berg war momentan tot. Ich wollte meine Flugtaktik gerade von Race- auf Survival-Mode umschalten, da sprang die Thermikmaschine ganz konventionell in Form des Hausbarts und gerade noch rechtzeitig an.




Fernab der ausgetretenen Pfade: Bisanne


Der Lac dAnnecy ist für viele Piloten eine Art Mekka der zuverlässigen Flugbedingungen, der eindrucksvollen alpinen Landschaft und des mediterranen Flairs wegen. Im Sommer wird es jedoch an den Startplätzen und in der Luft eng. Wer dem Trubel entkommen möchte, hat einige lohnende Flugziele zur Auswahl. Südöstlich des Lac liegt Bisanne, ein feines Fluggebiet, das zum Streckenfliegen ebenso wie zum Soaren einlädt. Obwohl es nur einige Kilometer vom Lac entfernt liegt, ist es trotz einfacher Startplätze und bester Flugbedingungen - nur wenigen bekannt.

 

Chicken Wings: Acropilotin Judith Zweifel im Portrait

Überhaupt gibt es nicht viele Frauen in der Szene. Aber solche, die den  Jungs dann auch noch zeigen können, wo die Sichel hängt, gibt es ganz wenige. Judith Zweifel gehört zweifelsohne zu diesen Wenigen. Voilą, here comes la Grande Dame du
Nouveau Acro.



 

XC Trainer Dual im Test


Der XC Trainer Dual ist ähnlich wie das Competino von Bräuniger ein wettkampftaugliches Kombigerät mit Kartendarstellung und Goto-Funktion. Allerdings unterscheiden sich die beiden Geräte in ihren Details grundlegend
voneinander. Aircotec setzt beim XC Trainer Dual auf eine modulare Technologie, das bedeutet, dass das Gerät sich aus Komponenten zusammensetzt, wobei der Aufbau so einfach ist, dass der Benutzer selbst Module austauschen oder technische Upgrades einbauen kann. Dabei ist das Gerät wasserdicht und robust.

 

Verschärfte Ausbildungsrichtlinien: Sicherheitsgarantie oder Überreglementierung?

 

Am Anfang war das Abenteuer. Das gilt für das Drachenfliegen genauso wie für das Gleitschirmfliegen: Es gab keine Bestimmungen und Regeln, keine Richtlinien und Gesetze. Doch den meisten Beteiligten war klar, dass ein derart rechtsfreier Raum viele Gefahren barg und so begann im deutschsprachigen Raum die fortschreitende Reglementierung des Flugsports. Im Übrigen war sie selbst auferlegt von Piloten für Piloten, denn DHV, SHV und ÖAeC sind Pilotenvereinigungen. Natürlich bewirkte die Zunahme an Bestimmungen, dass besonders die Ausbildung mitunter langwierig und teuer wurde. Dennoch wird sich niemand ernsthaft die Zeiten zurückwünschen, als sich todesmutige Burschen mit windigen Geräten ohne Vorkenntnisse die Berge hinabstürzten.

In den vergangenen Jahren gab es im Gleitschirmsport einige Verschärfungen der Ausbildungsstandards, angefangen bei den Anforderungen für die Überlandberechtigung (B-Schein), über die Einführung eines Checkfluges bis hin zur Erschwerung der Tandemausbildungskriterien. Was wird durch diese Verschärfungen bewirkt: Ein höheres Niveau im Können der Piloten, mehr Sicherheit oder einfach nur mehr Kosten und höherer Aufwand? Wir haben nachgefragt, beim DHV, bei Flugschulen und bei Piloten: Wie sinnvoll sind die verschärften Ausbildungsrichtlinien?


 


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